Keine Verblendung betreiben

Identität und Entwicklung Leave a Comment

So viele Chancen das Interkommunale Gewerbegebiet auch bieten mag, ein paar Dinge sollten nicht ausgeblendet werden:

A) Bereits bei der Veranstaltung von mir adressiert: wenn durch das IKG vor Ort neue und vor allem auch Jobs für Höherqualifizierte entstehen, wer soll dann noch den Bahnhalt nutzen?

B) Junge Leute in meinem Alter (22) zieht es nicht wegen eines Mangels an Arbeitsplätzen oder Chancen weg von der Alb, sondern insbesondere um der „Schaffa, spara, Häusle baua“ – Mentalität zu entkommen und um sich unter Gleichaltrige zu mischen, die eine andere Lebenseinstellung verfolgen. Zudem wird der bereits längst verblasste, an sich jedoch erhaltenswerte, ländliche Charakter, weiter begraben werden, einhergehend mit einem Verlust der Identität. Hier sollte Bayern als Positivbeispiel dienen, wo sich zur bäuerlichen Herkunft bekannt, Brauchtum erhalten und gepflegt und so auch die junge Generation zu mehr Heimatverbundenheit verleitet wird

C) Ärzte oder Apotheker lassen sich doch nicht wegen eines Gewerbegebiets hier nieder

D) Die Diskussion über Einbußen an landwirtschaftlichen Flächen sollte nicht über eine fehlgeleitete Agrarpolitik seitens der EU hinwegtäuschen. Wäre man vor Jahrzehnten nicht nach dem Motto „Wachse oder Weiche“ verfahren, würde es den meisten Landwirten heute nicht wehtun, wenn sie jetzt ein paar Hektar abgeben

E) Wer behauptet, dass bei den Bahnhaltsbemühungen nie die Rede von der einhergehenden Ausweisung von Gewerbeflächen gewesen sei, macht sich etwas vor. Lediglich das Ausmaß von bis zu 50 Hektar wurde so nicht kommuniziert bzw. stand so womöglich ja auch noch gar nicht fest.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.